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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
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102 Parallaxen u. Entfernungen d. Gestirne von d. Erde. §. ?l.

dessen Ursprung nicht sowohl in dem Stern, als vielmehr in der Unvoll-kommenheit unseres Auges zu suchen ist, daher denn auch im Allge-meinen die Fixsterne immer kleiner, immer mehr als eigentliche Punkte. erscheinen, je vollkommener das Fernrohr ist, durch welches man sie

betrachtet. . >

Da übrigens der wahre Halbmesser eines jeden kugelförmig gebautenGestirns gleich ist dem Produkte der Entfernung desselben von der Erdein dem Sinus des scheinbaren Halbmessers des Gestirns, so würde eSleicht seyn, die wahre Große derselben anzugeben, wenn man ihre schein-bare Große und ihre Entfernungen als bekannt vorausseyen konnte. Sowill z. B. der ältere Herschel den scheinbaren Halbmesser des schönenSterns in der Leier, der unter dem Namen Wega bekannt ist, gleich V«einer Secunde gefunden haben. Nimmt man die Entfernung desselbengleich einer Sternweite oder gleich 200000 Erdweiten, oder seine jährlicheParallaxe gleich einer Secunde an, so folgt daraus, daß ssein wahrerHalbmesser gleich 0.16 Erdweiten oder, da eine Erdweite 214 Sonnenhalb-messer beträgt, gleich 34 Sonnenhalbmesser ist, so daß daher der körper-liche Inhalt dieses Sterns den der ^oune gegen 39000 mal übertreffenwürde. Wäre die jährliche Parallaxe eines Sterns, so wie sein schein-barer Halbmesser, jede gleich einer Secunde, so würde der wahre Halb-messer des Sterns gleich dem Halbmesser der Erdbahn oder der Sternwürde so groß seyn, daß er den Raum, den die jährliche Bahn der Erdeim Weltraume einnimmt, ganz ausfüllen würde. Damit der scheinbareHalbmesser der Sonne von der Erde gesehen, der jezt 960 Secundenbeträgt, nur eine halbe Secunde betrage, müßte die Distanz der Sonnevon uns nahe gleich 1890 Erdweiten, oder sie müßte 1890mal weitervon uns entfernt seyn, als sie jezt ist. Wollte man aber die Sonne indie Entfernung des nächstens Fixsterns, also in die Distanz von 4 Bil-lionen Meilen von uns versessen, so würde ihr scheinbarer Halbmessernur' mehr unter dem äußerst geringen Winkel von 0.002 Secunden vonuns gesehen werden.

Ohne Zweifel sind jene so weit von uns entfernte Fixsterne anGröße unter einander sehr verschieden und es ist nicht unwahrscheinlich,daß viele derselben die Sonne an Größe weit übertreffen, obschon siealle darin unserer Sonne ähnlich sind, daß sie, wie diese, mit ihremeigenen Lichte leuchten, während der Mond und die Planeten und anderean sich dunkle Körper nur durch das von der Sonne geborgte und vonihrer Oberfläche reflectirte Licht uns sichtbar werden. Ohne Zweifel sindjene Fixsterne ebenfalls solche Sonnen, um welche sich wieder anderedunkle Körper bewegen, die von ihren Centralpunkten, wie die Planetenvon unserer Sonne, Licht und Wärme erhalten. Es ist selbst möglich,daß viele dieser Centralkörper, die Quelle der Bewegung unzähliger sieumkreisenden Planeten und Kometen, an sich dunkle, also uns für immerunsichtbare Körper sind, und vielleicht sind eben die größten unter ihnensolche dunkle Sterne, deren ungeheure Masse eine so gewaltige An-ziehung aller Theile ihrer Oberfläche gegen den Mittelpunkt derselbenausübt, daß die Kraft dieser Attraction die Schnellkraft des Lichtes,mit welcher sich dasselbe von den leuchtenden Körpern zu entfernen sucht,überwiegt und daher dieses Licht nicht mehr ausströmen läßt. Ueber-haupt sind wohl die lichten und dunklen Himmelskörper nicht eben soverschieden, wie wir sie uns bisher vorzustellen pflegten. Unsere Sonneselbst ist wahrscheinlich ein vollkommen dunkler Körper, nur mit einerleuchtenden Atmosphäre umgeben. Der Mond, den wir für einen durch-aus lichtlosen Körper halten, scheint doch auch ein eigenes phosphores-