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Die Wunder des Himmels oder gemeinfaßliche Darstellung des Weltsystems
Entstehung
Seite
64
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^. Jährliche Bewegung der Sonne. §. 4445.

rechten Winkel sey. Die Peripherie VI! dieses Quadranten sey in seineeinzelnen Grade, und selbst in die kleinern Theile des Grades einge-theit, und um den Mittelpunkt 0 bewege sich, als um eine Axe, einFernrohr oder ein Diopter so, dasi dessen Länge in allen Punkten desQuadranten mit der Ebene desselben parallel bleibe. Man denke sichnun dieses Instrument an einem Pfeiler oder an einer Wand so befe-stigt, dasi die Ebene V!!< desselben genau vertical (Einl. 8) und derhöchste Halbmesser E.V desselben vollkommen horizontal ist. Zeigt nunin diesem Zustande das Fernrohr, wenn es in die Lage des höchstenHalbmeyers E.V gebracht wird, dem Auge des Beobachters in 0 denStern 8, so wird dieser Stern in dem Horizonte des Beobachters lie-gen, oder seine Höhe wird Null seyn. Wird aber das Fernrohr in dieLage des Halbmessers E 30 gebracht, und sieht dann das Auge in 30den Stern 8', so wird, da 0E8, nach der Boraussetzung, eine horizon-tale Linie ist, die Höhe des Sterns 8' gleich dem Winkel 8E8' seyn,oder, da die Scheitelwinkel 8E8' und 0 E 30 einander gleich sind, sowird die Höhe des Sterns 8' über dem Horizonte E8 des Beobachters30 Grade betragen, und eben so wird die Höhe des Sterns 8" gleich8E8" oder 0 E 50, das heißt gleich 50 Graden, seyn u. s. w. Mansieht, dasi ein Instrument dieser Art, wenn es mit Sorgfalt gebant,und mit Umsicht behandelt wird, die Höhen der Gestirne mit großer Ge-nauigkeit anzugeben vermag.

H. 44. (Bestimmung der Polhöhe durch Beobachtung.) Dieses voraus-gesetzt, wollen wir nun dieses Instrument, ohne die verticale Lage sei-ner Ebene, und die horizontale Lage seines höchsten Halbmessers .VE zuändern, in die ebenfalls verticale Ebene (Einl. H. 14) des Meridians,und zwar so bringen, dasi die Seite E desselben gegen Nord und dieSeite -V gegen Süd gekehrt ist. Beobachten wir in dieser Stellung desQuadranten die Höhe eines dem Weltpole IV (Fig. I oder 2) nahenSterns, der nicht mehr auf- und untergeht, und daher (Einl. H. 20)den sichtbaren Theil des Meridians täglich zweimal durchschneidet. ZurZeit seiner oberen Culmination in I) ist die Höhe des Sterns liv, und,zwölf Stunden vor oder nachher, zur Zeit seiner untern Culmination inL, ist die Höhe desselben vv. Da aber (Einl. §. 24) alle Punkte je-des Parallelkreises von jedem Weltpole gleichweit abstehen, so ist IMgleich Nv, so dasi man daher sagen kann, die beiden beobachteten Höhendes Sternes sind

in der obern Culmination gleich IM mehr IVV,in der untern Culmination gleich IIV weniger >v,woraus folgt, dasi das Mittel aus beiden Höhen gleich IM oder gleichder Polhöhe (H. 18, I) des Bevbachtungsortes ist, welche Polhöhe zu-gleich den Abstand des Beobachters von dem irdischen Aeguator d hdie geographische Breite (Einl. H. 18 und 23) desselben ausdrückt!

Man erhält al,o die Polhöhe eines Ortes, wenn man die Höheneines nicht untergehenden Sternes in seinen beiden Culminationen beob-achtet, und von der Summe dieser Höhen die Hälfte nimmt. Von dembereits oben erwähnten Polarstern beobachtete man z. B. in Wien diesebeiden Höhen 49° 48'.8 und 46' 36'.4. Die Summe derselben ist 90°25.2 und ihre Hälfte 48° 12'.6 ist daher die gesuchte Polhöhe von Wien.

H. 45. (Gleichmäßige Bestimmung der Declination der Sterne durchBeobachtung.) Diese Bevbachtungsart gibt zugleich ein gutes Mittelnebst der Polhöhe des Bevbachtungsortes auch die Declination (Einl!H. 13) des Sterns zu bestimmen. Es ist nämlich der Unterschied derbeiden Höhen UV und UV gleich vv oder gleich MV, das heißt: die