§. 27—29.
Tägliche Bewegung der Erde.
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und von der Steisigkeit und von anderer Unvollkommenheit der überIZ50 Meilen langen Schnur erzeugt werden, das ganze Verfahren, sorichtig auch die Theorie seyn mag, in der That scheitern machen wurden.
27. (Ul. Durch Attwoods Maschine.) Zwar könnte man mit ei-ner einzigen solchen Rolle auch schon einen Versuch zu diesem Zweck an-stellen. Die sogenannte Attwovd'sche Maschine, an welcher man be-kanntlich die Gesetze der freifallenden Körper zu zeigen pflegt, bestehtbloß ans einer solchen sehr beweglichen Rolle, deren Faden an seinenbeiden Endpunkten zwei beträchtliche und gleich große Gewichte trägt.Wenn das eine derselben um einen noch so geringen Theil vermehrt wird,so beginnt es sofort zu fallen und zwar desto langsamer zu fallen, jegrößer jene beiden gleichen Gewichte gegen das neu hinzugekommene sind.Wenn man den Fall des schwereren Gewichtes, z. B. während einerMinute, genau messen, und dann di selbe Beobachtung an einem andernOrte der Erde wiederholen wollte, so würde man allerdings zwei verschie-dene Fallhöhen finden, und daraus ans die Verschiedenheit der Schweredieser Orte schließen können. Aber dieser Schluß würde äußerst unsicher,ja ganz unzuverlässig seyn. Denn es handelt sich hier, wie die vorher-gehende Tafel zeigt, nur um die Bestimmung einer ganz kleinen Größevon kaum dem zehnten Theil eines Fußes, die hier aus einer noch vielkleineren Verschiedenheit der beiden Fallräume bestimmt werden soll, wodann der Schluß von dem Kleinen auf das Große hier, wie überall, sehrmißlich ist, besonders da in unserem Falle noch die Unbiegsamkeit desFadens, und die Reibung desselben an der Rolle, so wie die der Rolle anihrer Ave, anderer Schwierigkeiten nicht zu gedenken, beinahe unüber-fteigliche Hindernisse darbieten würde.
28. (IV. Durch den Fall von großen Höhen.) In dieser Verle-genheit könnte man sich vielleicht an unmittelbare Fallversuche von hohenThürmen wenden, und die erwähnten Beobachtungen Benzenbergs wie-derholen. Man würde dann, der vorhergehenden Theorie zu Folge, fin-den sollen, daß ein schwerer Körper in sechs Secunden unter dem Aeqna-tor 541.8 und unter den Polen 54Z.7 Par. Fuß also nahe zwei Fuß tie-fer fallen sollte. Diese Disserenz wäre allerdings bedeutend genrlg, umbemerkt zu werden. Allein man wird erstens nicht leicht so hohe Thürmefinden, da selbst die Pyramiden, die größten von Menschenhänden errich-teten Gebäude noch nicht die Höhe von 450 Fuß erreichen, und manwürde zweitens auch, wenn man sie fände, bald auf Hindernisse in derAusführung stoßen, die von dem Widerstande der Luft, von der Zugluftoder von der großen Schnelligkeit der Körper zu Ende ihres Falles kom-men, so daß man auch diesen Weg zu unserem Ziele als ungangbar
verwerfen wird. .
tz. 20. (V. Durch andere Mittel.) Eben so konnte man eine jchlefe
Ebene unter dem Aequator und unter den Polen lv lange gegen denHorizont neigen. bis ein auf sie gelegter Körper die durch seuien Druckentstehende Reibung überwindet, und seine abwärts gehende Bewegungbeginnt, wo man dann aus dem Neigungswinkel der Ebene an beidenOrten die ihnen entsprechende Schwere finden würde. — Eure Rugei, anbeiden Orten mit derselben Kraft, z. B. des Pulvers, senkrecht aufwärtsgetrieben, würde am Aequator höher steigen, als unter dem Pole, unddie Differenz dieser beiden Höhen würde auch die Differenz der aus die
Kugel wirkenden Schweren zu erkennen geben, F7. E"''.
drucks, den derselbe Körper am Aequator und unter dem Pole auf einerweichen Unterlage, z. B. auf einer Wachstafel, zurücklaßt, ein senk-rechter Faden, oder ein Metalldrath an beiden Orten mit den zum Zer-
Littrow. ^