leistet, der mein Naturell frühzeitig durchschaut hatteund Wohl am richtigsten begriff, welches geistigeund physische Klima demselben am angemessenstenund heilsamsten gewesen sein möchte. Die alteFrau bereute jetzt sehr, einen so vernünftigen Vor-schlag abgelehnt zu haben; aber zu jener Zeitträumte sie für mich sehr hochfliegendc weltlicheWürden, und dann war sie eine Schülerin Rous-seau's, eine strenge Deistin, und es war ihr auchaußerdem nicht recht, ihren ältesten Sohn in jeneSoutane zu stecken, welche sie von deutschen Prie-stern mit so plumpem Ungeschick tragen sah. Siewusste nicht, wie ganz anders ein römischer Abbatedieselbe mit einem graciöscn Schick trägt und wiekokett er das schwarzscidnc Mäntclchcn achselt, dasdie fromme Uniform der Galanterie und der Schön-geisterei ist im ewig schönen Rom.
O, welch ein glücklicher Sterbliche ist ein rö-mischer Abbate, der nicht bloß der Kirche Christi,sondern auch dem Apoll und den Musen dient. Erselbst ist ihr Liebling, und die drei Göttinnen derAnmuth halten ihm das Tintcnfass, wenn er seineSonette verfertigt, die er in der Akademie der Ar-kadier mit zierlichen Kadenzen reciticrt. Er ist einKunstkenner, und er braucht nur den Hals einerjungen Sängerin zu betasten, um voraussagen zu