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14 (1862) Vermischte Schriften : Th. 2
Entstehung
Seite
217
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Major Bowditsch in der Eigenschaft eines Minister-residenten von dann englischen Gouverneur des Kapsder guten Hoffnung an den Hof jenes mächtigstenMonarchen Südafrikas geschickt ward, suchte er sichdie Gunst der Höflinge und zumal der Hofdamen,die trotz ihrer schwarzen Haut mitunter außeror-dentlich schön waren, dadurch zu erwerben, dass ersie porträtierte. Der König, welcher die frappanteÄhnlichkeit bewunderte, verlangte ebenfalls konter-feit zu werden und hatte dem Maler bereits einigeSitzungen gewidmet, als Dieser zu bemerken glaubte,dass der König, der oft aufgesprungen war, um dieFortschritte des Porträts zu beobachten, in seinemAntlitze einige Unruhe und die grimassiercnde Ver-legenheit eines Mannes vcrrieth, der einen Wunschauf der Zunge hat, aber doch keine Worte dafürfinden kann —- der Maler drang jedoch so langein Seine Majestät, ihm ihr allerhöchstes Begehrkund zu geben, bis der arme Ncgcrkönig endlichkleinlaut ihn fragte: ob es nicht anginge, dass erihn weiß malte?

Das ist es. Der schwarze Negerkönig willweiß gemalt sein. Aber lacht nicht über den armenAfrikaner — jeder Mensch ist ein solcher Ncgcr-könig, rrnd Jeder von uns möchte dem Publikumin einer andern Farbe erscheinen, als die ist, womit