Jrrgedankcn des VcrcinS Thcil nahm. Er war einWeiser nach antikem Zuschnitt, umflossen vom Son-nenlicht griechischer Heiterkeit, ein Standbild derwahrsten Tugend, und pflichtgchärtet wie der Mar-mor des kategorischen Imperativs seines MeistersImmanuel Kant. Bcndavid war Zeit seines Lebensder eifrigste Anhänger der Kantischcn Philosophie,für diese litt er in seiner Jugend die größten Ver-folgungen, und dennoch wollte er sich nie trennenvon der alten Gemeinde des mosaischen Bekennt-nisses, er wollte nie die äußere Glaubenskokardeändern. Schon der Schein einer solchen Verleug-nung erfüllte ihn mit Widerwillen und Ekel. LazarusBendavid war, wie gesagt, ein eingefleischter Kan-tianer, und ich habe damit auch die Schrankenseines Geistes angedeutet. Wenn wir von Hcgcl'-schcr Philosophie sprachen, schüttelte er sein kahlesHaupt und sagte, Das sei Aberglaube. Er schriebziemlich gut, sprach aber viel besser. Für die Zeit-schrift des Vereins lieferte er einen merkwürdigenAussatz über den Messiasglauben bei den Inden,worin er init kritischem Scharfsinn zu beweisensuchte, dass der Glaube an einen Messias durchausnicht zu den Fundamentalartikcln der jüdischen Reli-gion gehöre, und nur als zufälliges Beiwerk zubetrachten sei.
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