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14 (1862) Vermischte Schriften : Th. 2
Entstehung
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In der That, unsere Enkel werden ein Ammen-märchen zu vernehmen meinen, wenn man ihnenerzählt, was wir geglaubt und gelitten! Und siewerden uns sehr bemitleiden! Wenn sie einst, einefreudige Götterversammlung, in ihren Tempclpa-lästen sitzen, um den Altar, den sie sich selbergeweiht haben, und sich von alten Menschheits-geschichten unterhalten, die schönen Enkel, dannerzählt vielleicht einer der Greise, dass es ein Zeit-alter gab, in welchem ein Todter als Gott ange-betet und durch ein schauerliches Lcichenmahl ge-feiert ward, wo man sich einbildete, das Brot,welches man esse, sei sein Fleisch, und der Wein,den man trinke, sei sein Blut. Bei dieser Erzäh-lung werden die Wangen der Frauen erbleichenund die Blumenkränze sichtbar erbeben aus ihrenschönlockichtcn Häuptern. Die Männer aber wer-den neuen Weihrauch auf den Herd-Altar streuen,um durch Wohlduft die düsteren, unheimlichen Er-innerungen zu verscheuchen.

Geschrieben zu Paris, am Charfreitagc 1847.

Heinrich Heine.