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14 (1862) Vermischte Schriften : Th. 2
Entstehung
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stimmen nach Pfund und Unze. Nur platter Krä-mcrsinn kommt mit seiner schäbigen Käsewage undwill den Genius wägen. Nicht bloß die Alten,sondern auch manche Neuere haben Dichtungen ge-liefert, worin die Flamme der Poesie eben so pracht-voll lodert, wie in den Meisterwerken von Shak-spcare, Cervantes und Goethe. Jedoch diese Na-' men halten zusammen, wie durch ein geheimesBand. Es strahlt ein verwandter Geist aus ihrenSchöpfungen; es weht darin eine ewige Milde,wie der Athcm Gottes; es blüht darin die Be-scheidenheit der Natur. Wie an Shakspcarc, erin-nert Goethe auch bestandig an Cervantes, und Die-sem ähnelt er bis in die Einzelnhciten des Stils,in jener behaglichen Prosa, die von der süßestenund harmlosesten Ironie gefärbt ist. Cervantes undGoethe gleichen sich sogar in ihren Untugenden, inder Weitschweifigkeit der Rede, in jenen langenPerioden, die wir zuweilen bei ihnen finden, unddie einem Aufzug königlicher Equipagen vergleich-bar. Nicht selten sitzt nur ein einziger Gedanke inso einer brcitausgedehntcn Periode, die wie einegroße vergoldete Hoskntsche mit sechs panachicrtcnPferden gravitätisch dahinfährt. Aber dieser ein-zige Gedanke ist immer etwas Hohes, wo nichtgar der Souverän.