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13 (1862) Vermischte Schriften : Th. 1
Entstehung
Seite
278
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„Die liberale Partei ist diejenige, die den poli-tischen Charakter der neueren Zeit bestimmt, währenddie sogenannte servile Partei noch wesentlich imCharakter des Mittelalters handelt. Der Liberalismusschreitet daher in demselben Maße fort wie die Zeitselbst, oder ist in dem Maße gehemmt, wie dieVergangenheit noch in die Gegenwart herüber dauert.Er entspricht dem Protestantismus, sofern er gegendas Mittelalter protestiert, er ist nur eine neueEntwickclung des Protestantismus im weltlichenSinn, wie der Protestantismus ein geistlicher Pro-testantismus war. Er hat seine Partei in dem ge-bildeten Mittelstände, während der Scrvilismus dieseinigc in der vornehmen und in der rohen Massefindet. Dieser Mittelstand schmilzt allmählich immermehr die starren Krystallisationcn der mittelalter-lichen Stände zusammen. Die ganze neuere Bildungist aus dem Liberalismus hervorgegangen oder hatihm gedient, sie war die Befreiung von dem kirch-lichen Autoritätsglauben. Die ganze Literatur istein Triumph des Liberalismus, denn seine Feindesogar müssen in seinen Waffen fechten. Alle Gelehrte,alle Dichter haben ihm Vorschub geleistet, seinengrößten Philosophen aber hat er in Fichte, seinengrößten Dichter in Schiller gefunden."