man hat ästhetische Grundsätze aufgestellt, wonachman die Fehler des Stücks haarklein demonstriert.Man will unter Andern: dem Dichter vorwerfen,in seinen Tragödien seien keine tiefen und prächtigenReflexionen, und er gebe Nichts als Handlung undGestalten. Diese Kritiker kennen gewiss nicht dieobenerwähnte „Klytämuestra" und „Die Bräute vonArragonicu," die es wahrlich nicht an Reflexionenfehlen ließen. Ein anderer Vorwurf war die Wahldes Stoffes, der, wie man sagte, noch nicht ganzder Geschichte anheimgefallen sei, und dessen Behand-lung es nöthig mache, noch lebende Personen aufdie Bühne zu bringen. Dann auch fand man eSunstatthaft, dabei noch gar die Interessen der heu-tigsten Parteien auszusprechen, die Leidenschaftendes Tages aufzuwiegeln, uns in: Rahmen der Tra-gödie die Gegenwart darzustellen, und zwar zu einerZeit, wo diese Gegenwart am gefährlichsten undwildesten bewegt ist. Wir aber sind anderer Meinung.Die Greuelgeschichtcn der Höfe können nicht schnellgenug auf die Bühne gebracht werden, und hiersoll man, wie einst in Ägypten, ein Todtcngcrichthalten über die Könige und Großen der Erde. Wasgar jene Ntttzlichkcitsthcoric betrifft, wonach mandie Aufführung einer Tragödie nach dem Schadenoder Nutzen, den sie etwa stiften könnte, bcurthcilt.
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