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13 (1862) Vermischte Schriften : Th. 1
Entstehung
Seite
231
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Und Schar an Schar sich nm die Hohe reihn:So still und feierlich, voll scl'ger Wonne,

Schließt mich das Zaubcrland der Liebe ein;

Klar seh' ich die Verklärte vor mir schweben,

Frei und in Banden ihr allein zn leben.

Ob aber überhaupt der Reim in der Tragödiezweckmäßig ist? Wir sind ganz dagegen, würdenihn nur bei rcinlyrischcn Ergüssen tolerieren, undwollen ihn in vorliegender. Tragödie nur da ent-schuldigen, wo Tasso selbst spricht. Im Munde desDichters, der so viel in seinem Leben gereimt hat,klingt der Reim wenigstens nicht ganz unnatürlich.Dem schlechten Poeten wird der Reim in der Tra-gödie immer eine hilfreiche Krücke sein, dem gutenDichter wird er zur lästigen Fessel. Auf keinenFall findet derselbe Ersatz dafür, dass er sich indiese Fessel schmiegt. Denn unsrc Schauspieler,besonders Schauspielerinnen, haben noch immer denleidigen Grundsatz, dass die Reime für das Augeseien, und dass man sich ja hüten müsse, sie hör-bar klingen zu lassen. Wofür hat sich nun derarme Dichter abgeplagt? — So wohlklingend auchdie Verse unseres Verfassers sind, so fehlt es den-selben doch an Rhythmus. Es fehlt ihm die Kunstdes Enjambements, die beim fünffüßigen Jambus