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13 (1862) Vermischte Schriften : Th. 1
Entstehung
Seite
228
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Den Charakter des Haupthcldcn finden wirtrefflich nnd trcn gehalten. Hier scheint dem Ver-fasser ein glücklicher Umstand zu Statten gekommenzu sein. Nämlich, Tasso ist ein Dichter, oft einlyrischer und immer ein religiös schwärmerischerDichter. Hier konnte nun unser Verfasser, deralles Dieses ebenfalls ist, mit seiner ganzen Indi-vidualität hervortreten, und dem Charakter seinesHelden eine überraschende Wahrheit geben. Diesesist das Schönste, das Beste in der ganzen Tra-gödie. Etwas minder treffend gezeichnet ist derCharakter der Prinzessin; er ist zu weich, zu wäch-sern, zu zerfließend, es fehlt ihm an Gehalt. DieGräfin Sanvitale ist vom Verfasser gleichgültigbehandelt; nur ganz schwach lüsst er ihr Wohl-wollen für Tasso hervorschimmern. Der Herzogist in mehreren Sccncn sehr wahr gezeichnet, dochwiderspricht er sich oft. Z. B. am Ende des zweitenAkts lässt er Tasso einsperren, damit er seinenNamen nicht mehr vcrlästre, und in der erstenSccne des dritten Akts sagt er, es sei geschehenaus Besorgnis, dass nicht aus Tasso's Licbeshandelmit seiner Schwester Schlimmes entstehe. GrafTirabo ist nicht allein ein jämmerlicher Mensch,sondern auch, was der Verfasser nicht wollte, eininkonsegucnter Mensch. Leonore von Gisello ist ein