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13 (1862) Vermischte Schriften : Th. 1
Entstehung
Seite
224
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Es wird Manchen Wunder nehmen, dass wirunter dieser Rubrik den theatralischen Effekt er-wähnen. In unserer letzten Zeit, wo meistens jungeDichter auf Kosten des Dramatischen nach demtheatralischen Effekt streben, ist beider Unterschiedgenugsam zur Sprache gekommen und erörtert wor-den. Dies sündhafte Streben lag in der Naturder Sache. Der Dichter will Eindruck auf seinPublikum machen, und dieser Eindruck wird leichterdurch das Theatralische, als durch das Dramatischeeines Stückes hervorgebracht. Goethc's Tasso gehtstill und klanglos über die Bühne; und oft dasjämmerlichste Machwerk, worin Dialog und Hand-lung hölzern, und zwar vom schlechtesten Holzesind, worin aber recht viele theatralische Knallerbsenzur rechten Zeit losplatzen, wird von der Galerieapplaudiert, vom Parterre bewundert und von denLogen huldreichst aufgenommen. — Wir können nichtlaut genug und nicht oft genug den jungen Dich-tern ins Ohr sagen, dass, jemehr in einem Dramadas Streben nach solchem Knalleffekt sichtbar wird,desto miserabelcr ist es. Doch bekennen wir: wonatürlich und nothwcndig der theatralische Effektangebracht ist, da gehört er zu den poetischen Schön-heiten eines Dramas. Dies ist der Fall in vor-liegender Tragödie. Nur sparsam sind theatralische