— 103 —
Ich hätte cs zwar thun sollen, um Ihnen darüberzu referieren. Aber glauben Sie, dass ich mich fürmeine Korrespondenz aufopfern soll? Mit Grausendenke ich noch an die „Olympia," der ich kürzlichaus einem besondern Grunde nochmals beiwohnenmusste, und die mich mit fast zerschlagenen Gliedernentließ. Ich bin aber zum Kammcrmusikus gegangen,und fragte ihn, was an der Oper sei? Der antwortete:„Das Beste dran ist, dass kein Schnss drin vorkömmt."Doch kann ich mich hierin auf den Kammcrmusikusnicht verlassen; denn erstens komponiert er auch,und nach seiner Meinung besser als Spontan, undzweitens hat man ihm weisgemacht, dass Letzterereine Oper mit obligaten Kanonen schreiben wolle.Man spricht aber überhaupt nicht viel Gutes vonder „Nnrmahal." Ein Meisterstück kann sie nichtsein. Spontan hat viele Musikstücke seiner alternOper hincingcflickt. Dadurch enthält diese Operfreilich sehr gute Stellen, aber das Ganze hat einzusammengestöppeltes Anschn, und entbehrt jeneKonsequenz und Einheit, die das Hauptvcrdienst derübrigen Spontini'schcn Opern ist. — Die hohen Neu-vermählten wurden mit allgemeinem Aufjauchzenempfangen. Die Pracht, die in diesen: Stücke ein-gewebt ist, soll unvergleichlich sein. Der Dekorations-maler und der Thcaterschncidcr haben sich selbst