Druckschrift 
13 (1862) Vermischte Schriften : Th. 1
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen
 

sein scheint, welche auch jene Karfunkel- und So-laris-Satiren auf die Romantiker ausgeübt haben,nämlich Achselzucken. Ich wenigstens möchte dahernicht ohne Aussicht, dadurch nutzen zu können, alsobloß des Scherzes halber, von einer Sache sprechen,von der die Ausbildung des deutschen Wortes fastausschließlich abhängt. Denn wenn man ans denNock schlägt, so trifft der Hieb auch den Mann,der im Rocke steckt, und wenn man über die poe-tische Form des deutschen Wortes spöttelt, so läuftauch Manches mit unter, wodurch das deutscheWort selbst verletzt wird. Und dieses Wort ist jaeben unser heiligstes Gut, ein Grenzstein Deutsch-lands, den kein schlauer Nachbar verrücken kann,ein Freihcitswccker, dem kein fremder Gewaltigerdie Zunge lähmen kann, eine Oriflamme in demKampfe für das Vaterland, ein Vaterland selbstDemjenigen, dem Thorheit und Arglist ein Vater-land verweigern. Ich will daher mit wenigenWorten, ohne polemische Ausfälle, und ganz un-befangen, meine subjektiven Ansichten über Roman-tik und romantische Form hier mitthcilcn.

Im Altcrthum, das heißt eigentlich bei Grie-chen und Römern, war die Sinnlichkeit vorherr-schend. Die Menschen lebten meistens in äußernAnschauungen, und ihre Poesie hatte vorzugsweise