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Trotz dem schemlosen Leben des Mannes wussteMignet doch Interesse für diesen stillen Helden zu
bioties bistorlgns für den Lebenslauf dieses scheinloscn Man-nes so viel Interesse zu erregen wusste, zeugt von seinerunübertrefflichen Kunst der Darstellung. Ich möchte sagen:die Sauce war diesmal besser als der Fisch. Keiner verstehtwie Mignet, in klaren Übersichten die verwickeltsten Zuständezur Anschauung zu bringen, in wenigen Grundzügen eineganze Zeit zu resümieren, und das charakteristische Wort zufinden für Personen und Verhältnisse. Die Resultate dermühsamsten Forschungen und des Nachsinnen« werden hier,wie gelegentliches Füllwerk, in kurze Zwischensätze gedrängt;viel Dialektik, viel Geist, viel Glanz, aber Alles echt, nir-gends eitel Schein. Bewunderungswürdige Harmonie zwischenInhalt und Form, und man weiß nicht, was man hier vonbeiden ank meisten bewundern soll, die Gedanken oder deu Stil,die Edelsteine oder ihre kostbare Fassung. Ja, während alleArbeiten Mignet's einen Gelehrtenfleiß und Tiefsinn bekun-den, die an Deutschland erinnern, ist dennoch die Darstellungganz so nett, so durchsichtig, gedrungen, wohlgeordnet, lo-gisch, wie man sie nur bei Franzosen finden kann. Im GeisteMignet's gewahren wir die Eigenschaften beider Nationen.In seiner persönlichen Erscheinung bemerken wir ein ähn-liches Phänomen. Er ist blond und blauäugig wie ein Sohndes Nordens, und doch verleugnet er nicht den südlichenUrsprung in der Grazie und Sicherheit seiner Bewegung.Er ist einer der schönsten Männer, und, unter uns gesagt,das Publikum, welches jedesmal im Palais Mazarin diegroße Aula füllt, wenn ein Vortrag von Mignet angekün-