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9 (1862) Französische Zustände : Th. 2, Die parlamentarische Periode des Bürgertums. Hälfte 1
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tens zitterten, diesseits und jenseits des Rheinswetzte man die Säbel — und Victor Cousin, da-maliger Minister von Frankreich, stand ruhig vordem Bildcrladcn des Boulevard des Italiens, undbewunderte die stillen, frommen Hciligcnköpfc vonOverbeck, und sprach mit Entzücken von der' Vor-trefflichkcit deutscher Kunst und Wissenschaft, vonunserem Gcmnth und Ticfsinn, von unserer Ge-rcchtigkeitsliebc und Humanität. „Aber um desHimmels willen," unterbrach er sich plötzlich, wieaus einem Traum erwachend, „was bedeutet dieRaserei, womit ihr in Deutschland jetzt Plötzlichgegen uns schreit und lärmt?" Er konnte diese Bcr-scrkerwuth nicht begreifen, und auch ich begriff Nichtsdavon, und, Arm in Arm über den Boulevard hin-wandelnd, erschöpften wir uns in lauter Konjek-turen über die letzten Gründe jener Feindseligkeit,bis wir an das kassaziz cies Uanoramas gelang-ten, wo Cousin mich verließ, um sich bei Marquisein Pfund Chocoladc zu kaufen.

Ich konstatiere mit besonderer Vorliebe diekleinsten Umstünde, welche von der Sympathie zeu-gen, die ich in Betreff Deutschlands bei den fran-zösischen Staatsmännern finde. Dass wir Der-gleichen bei Guizot antreffen, ist leicht erklärlich,da seine Anschauungsweise der unsrigen verwandt

He ine's Werke. Bd. IX.

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