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Er hat nie der Menge gefallen wollen, sogar nichtin jenen Tagen der Restauration, wo er als ge-lehrter Volkstribun am herrlichsten gefeiert wurde.Als er in der Sorbonne seine denkwürdigen Vor-lesungen hielt und der Beifall der Jugend sich einbisschen allzu stürmisch äußerte, dämpfte er selberdiesen huldigenden Lärm mit den strengen Worten:„Meine Herren, auch im Enthusiasmus muss dieOrdnung vorwalten!" Ordnungsliebe ist überhauptein vorstechender Zug des Guizot'schen Charakters,und schon aus diesem Grunde wirkte sein Mini-sterium sehr wohlthätig in der Konfusion der Ge-genwart. Man hat ihn wegen dieser Ordnungsliebenicht selten der Pedanterie beschuldigt, und ich ge-stehe, der schroffe Ernst seiner Erscheinung wird ge-mildert durch eine gewisse anklebende gelehrte Ma-gisterhaftigkcit, die an unsere deutsche Heimat, be-sonders an Göttingen, erinnert"). Er ist eben so
") In der Augsburger Allgemeinen Zeitung findet sichfolgender Schluss dieses Briefes: „Es herrscht wirklich etwasDeutsches in seinem Wesen, aber Deutsches von der bestenArt: er ist grundgelehrt, grundehrlich, allgemein menschlich,universell. — Wir Deutschen, die wir stolz auf Guizot seinwürden, wenn er wirklich unser Landsmann wäre, wir soll-ten ihm als französischem Minister wenigstens Gerechtigkeitwiderfahren lassen, wo seine persönliche Würde in Frage