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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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wissen gegründet sey, die feindselig sich gegen ihn erheben,und seine Befehle umgehen. Vornämlich aber gehört dasletzte Gebot hierher. Beunruhigt uns ein heftiges Verlangennach etwas: so haben wir uns schon des Gelüstcnö schuldiggemacht, und das Gesetz übertreten, weil der Herr nichtbloß räukcvolle Anschläge und Entwürfe zum NachtheilAnderer verbietet, sondern auch jede Anrcizung und Auf-wallung des Gelüstes. Auf jeder Uebertretung des Gesetzesruhet aber der Fluch Gottes. Wir müssen also selbst diegeringste Lust für verdammlich halten. Augustiuus sagt ch:Bei Beurtheilung der Sünden dürfen wir uns keiner fal-schen Wage bedienen, mit der wir wiegen und wägen, wasund wie wir wollen, und nach Willkühr sagen, dieses istein schweres und jenes ein leichtes; unsere Wage müssenwir aus der h. Schrift, als des Herrn Schatzkammer, neh-men , und darnach, was schwerer sey, abwägen, oder viel-mehr nicht abwägen, sondern als von dem Herrn abgewogenanerkennen." Wie lautet aber das Wort der Schrift?Wenn Paulus den Tod der Sünde Sold nennt: sobeweiset er, daß er von dieser verwerflichen Unterscheidungnichts gewußt habe. Da wir zur Heuchelei nur zu sehr ge-neigt sind, so bedürfte es keines Polsters, unser trägesGewissen noch mehr einzuschläfern.

59. Möchten sie doch den Ausspruch Christi recht beher-zigen ch:Wer eins von diesen kleinsten Geboten auflö-set und lehret die Leute also, der wird für nichts gehaltenwerden im Himmelreich." Gehören in diese Klasse nicht Alle,welche die Uebertretung des Gesetzes als eine Kleinigkeitdarstellen, die den Tod nicht verdiene? Aber man mußtenicht bloß auf das Gebot, sondern auch auf den Ge-setzgeber sehen, indem die allerkleinste Uebertretung des Ge-setzes eine Verletzung seiner Majestät ist. Oder halten siedas für so geringfügig? Wenn Gott in dem Gesetze seinenWillen kund gethan hat: so mißfällt ihm alles, was dem

l!o bzxtllrno coiitr? OoriZtlzms. 2) Röm, 6, 23. 3) Matth. S, l3.