brennen ließ, woher kommen denn die, welche wir jetzt ha-ben? Ich frage dagegen, in welcher Werkstäte sie sobald ha-ben gefertigt werden können? denn es ist bekannt, daß sienach dem Aufhören der Tyranney bald wieder da waren undvon allen Frommen, die, durch sie unterrichtet, mit ihnenvertraut waren, ohne Widerspruch anerkannt wurden. Ja,während alle Ungläubige sich zur frechen Verspottung der Ju-den gleichsam verschwuren, wagte doch keiner ihnen den Un-terschlcif falscher Bücher vorzuwerfen. Denn, wie sie auchvon der jüdischen Religion denken mögen, so erkennen sie dochMoses für ihren Stifter. Verrathen also jene Schwätzer nichteine mehr als hündische Frechheit, wenn sie lügenhaft die Bü-cher untergeschoben nennen, deren heiliges Alter die Zusam-menstimmung aller Geschichte erweiset! Aber statt auf Wider-legung solcher stinkenden Lästerungen verlorene Mühe zu ver-wenden , laßt uns vielmehr daraus erkennen, > wie sehr derHerr für Erhaltung seines Wortes gesorgt hat, da er dassel-be der Tücke des grausamsten Tyrannen, wie aus einem dro-henden Brande, über alle Erwartung, entriß; indem er from-me Priester und Andere mit solchem Muth begabte, daß sienicht zögerten diesen Schatz mit Gefahr ihres Lebens zu ret-ten und der Nachwelt zu überliefern, und so die hitzigstenNachspürungen der Befehlshaber und ihrer Trabanten verei-telte. Wer muß nicht darin ein wundersames und auffallen-des Werk Gottes erkennen, daß jene heiligen Denkmäler,von deren Untergang schon die Gottlosen überzeugt waren,gleichsam durch die Hinterthür zurückkehrten, und zwar zunoch größerer Würde? Denn nun folgte die griechischeÜbersetzung, die sie über die ganze Erde verbreitete. Undnicht blos darin zeigte sich die Hand Gottes, daß er die Ta-feln seines Bundes den blutgierigen Befehlen des Antiochusentzog, sondern auch, daß sie unter so vielen Niederlagen desjüdischen Volks, wodurch es öfters aufgerieben und verheert,und zuletzt dem Untergang nahe gebracht wurde, dennoch un-versehrt blieben und gerettet wurden Die hebräische Sprache warnicht blos verachtet, sondern fast unbekannt geworden, und
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Johannes Calvin, des großen Theologen Institutionen der christlichen Religion : erstes und zweites Buch
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55
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