Druckschrift 
2 (1911)
Entstehung
Seite
59
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I»i Geldern laude.

SS

Sofort sprang die schwarze Bestie wütend ans den Frevlerlos, bist ihm die Kehle durch und war dann urplötzlichverschwunden. Der Lsofherr aber lag tot am Boden.

XIX.

vo,n an der alten Pastorat,

(Mündlich). z

Bis im sZahre 1894 die neue Pfarrkirche gebaut wurde,mußte zum Bauplatz auch der um die alte Kirche liegendeFriedhof benutzt werden. Die hauptsächlichsten Beste derdabei ausgegrabenen vermoderten Leichname begrub mauin einem Blassengrabe auf dem neuen Friedhof. Die aus-geschachteten Trdmasscn, unter welchen die Leute noch mannig-fache Beste von Gebeinen sahen, schüttete man in den Teichau der alten Pastorat. Dast dabei manche Gebeiuteilcheunicht geachtet wurden, mißfiel den Leuten. So bildete sichdie Sage, dast über dem Pastoratsteiche die armen Seeleneinherschweben, deren Beberreste dort verschüttet wurden. Infinstcrn Nächten tanzen über dein jetzt nur noch kleinen Teichefeine, lichtblaue Flämmchen mit unruhigem Flacker!, einher,und in Sturmesnächten hört man deutlich ihr Seufzen undKlagen, welches das Gehranse des Windes in den Baum-kronen noch übertönt. Dies nächtliche Klagen der in ibrerGrabesruhe Gestörten soll fortdauern, bis die Welt derVernichtung anHeim fällt.

XX.

DieGeldcrnscbe Schanf".

(Mündlich).

Nu der Vinnbrück liegt ein mächtiger Grdwall, von denLeuten diegcldernsche Schanz" genannt. Nach der Sagehatte der Gründer der Stadt Geldern zuerst vor, dort dieStadt, deren Bau ihm wunderbarer Weise geheißen war,und deren Name er aus dem Bachen eines Drachen, mitdem er zu kämpfen habe, erfahren sollte, zu erbauen. Schonlange auf Suche nach diesem Drachen, jedoch bislang ver-gebens, hatte ihn endlich Mißmut und Ueberdrnß ergriffen, undso hatte er den Beschluß gefaßt, an der Vinnbrück den Bau zubeginnen. Doch von höherer Macht erleuchtet und angetrieben,nahm er nach Beginn der Llrbeiten den Weg wieder aufund gelangte nach Geldern, wo er die verheißene Stadtgründete, nachdem ihm der Drache, den er im Kampfe