Druckschrift 
2 (1911)
Entstehung
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Nu den Ufern des Rheines,

Mich's stört in meiner Ruhe,

Braucht man im Städtchen unverhofftBuch eine Totenruhe.

Gewiß sie wird bald nötig sein,

Drum flink nur, sorgt bei Zeiten.

Gott weiß, wem diesmal wird den SchreinZur letzten Ruh bereiten."

Der Meister sprach's und wundersam,

Gr traf auch heut' das Wahre,

Denn noch, bevor der Bbend kam,

Lag selbst er auf der Bahre.

Was traumhaft ihm das Bild der Rächtverkündet, ist gekommen!

Ihm selbst hat man den Sarg gemacht,

Just, wie er's hat vernommen.

Rheinberg. Moritz Schmitz.

XIII

Die gercrubtc Arone.

sLinuer Sage.)sDcr Riederrhein 1878, Nr. 2.)vom Schmiede, dem verruf'nen Bösewicht,Bus längst verklung'ner Seit die Sage spricht,Der einst zu Linn dcn Tempelraub vollzogen,Und wohlbcrechnend, dennoch sich betrogen,

Sich selbst verriet und stellte vor Gericht.Bis fromme Gabe war in früher SeitDem heil'gen Kreuz hier eine Krön' geweiht,Die, aus des Silbers edelcm Metalle,

Die Bürger und die fremden Pilger alleBeim Anblick stets durch ihre» Glanz erfreut.Des Städtchens Mitte aber birgt ein Dieb;Die Habsucht war's, die ihn verfolgt und trieb,Fluchwürdigen Entschluß ihm gar erlaubte:Die prächt'ge Krone auf dem ThristushaupteSchien ihm vor allen Schätzen wert und lieb.Geschmiedet hat er längst dcn finstern Plan,Geschwärzte» Bitgesichts geht er die nächt'ge Bahn,Er unterdrückt sein strafendes Gewisse»!Ein Dietrich hilft das Kirchtor ihm erschließenRun kann er sich dem Schmuck des Bildes nah'n.vom Turme tönt die Geisterstunde klar,

Er steigt die Leiter aufwärts am Bltar,

Die er gebracht, nicht ahnend ihre Kürze,

Und daß bei hast'gcm Griff die Krone stürze;

Schon nimmt er sie zu seineu Füßen wahr.