Deutschland.
O, meine Göttin! — erwiderte ich —Es schlafen tief im GrundeDes Menschcnherzcns Gedanken, die oftErwachen zur unrechten Stunde.
Es ging mir äußerlich ziemlich gut,
Doch innerlich war ich beklommen,lind die Bekleminuis täglich wuchs —Ich hatte das Heimweh bekommen.
Die sonst so leichte französische Luft,Sie fing mich an zu-drücken;
Ich mußte Atem schöpfen hierIn Deutschland, um nicht zu ersticken.
Ich sehnte mich nach Tvrsgeruch,
Nach deutschem Tabaksdampfc;
Es bebte mein Fuß vor Ungeduld,
Daß er deutschen Boden stampfe.
Ich seufzte des NachtS, und sehnte mich,Daß ich sie wiedersähe,
Die alte Frau, die am Dammthvr wohnt,Das Lvttchen wohnt in der Nähe.
Auch jenem edlen alten Herrn,Der immer mich ausgeschultenUnd immer großmütig beschützt, auch ihmHat mancher Seufzer gegolten.
Ich wollte wieder aus seinem MundVernehmen den „dummen Jungen!"Das hat mir immer wie MusikIm Herzen nachgeklungen.
Ich sehnte mich nach dem blauen Rauch,Der aufsteigt aus deutschen Schornsteinen,Nach uiedersächsischcn Nachtigall'u,
Nach stillen Bnchcnhainen.
Ich sehnte mich nach den Plätzen sogar,Nach jenen Leidcusstationen,
Wo ich geschleppt das JugendkreuzUnd meine Dornenkronen.
Ich wollte weinen, wo ich einstGeweint die bittersten Thräncn —Ich glaube, Vaterlandsliebe nenntMan dieses thörichte Sehnen.