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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
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Deutschland.

In unsercin Vaterland herrschten jetztNur römische Sprache und Sitten,

Bcstalcn gab' es in München sogar,Die Schwaben hießen Quiriten!

Der Hengstcnbcrg war' ein Harnspexlind grübelte in den GedärmenVon Ochsen. Ncander war' ein Augur,Und schaute nach Vögclschwttrmen.

Birch-Pfciffer söffe Terpentin,

Wie einst die römischen Damen,

(Man sagt, daß sie dadurch den UrinBesonders wohlriechend bekamen).

Der Raumer wäre kein deutscher Lump,Er wäre ein röm'scher Lumpacius.Der Freiligrath dichtete ohne Reim,

Wie weiland Flaccus Horatius.

Der grobe Bettler, Bater Jahn,

Der hieße jetzt Grobianus.llls Irgrouls! Maßmanu spräche Latein,Der Marcus Tullius Maßmanus!

Die Wahrhcitsfrennde würden jetztMit Löwen, Hyänen, SchakalenSich raufen in der Arena, anstattMit Hunden in kleinen Journalen.

^Wir hätten einen Nerv jetzt,

Statt Landesväter drei Dukcnd.

Wir schnitten uns die Adern auf,

Den Schergen der Knechtschaft trutzcnd.

Der Schilling wär' ganz ein Seneca,lind käme in solchem Konflikt um.

Zu unsrem Cornelius sagten wir:

Laoaturn »ou gst, prvtum."^

Gottlob! Der Hermann gewann die Schlacht,Die Römer wurden vertrieben,

Barns mit seinen Legionen erlag,

Und wir sind Deutsche geblieben!

Wir blieben deutsch, wir sprechen deutsch.Wie wir es gesprochen haben;

Der Esel heißt Esel, nicht a-sinus,

Die Schwaben blieben Schwaben.