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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
172
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Atta Troll,

Und er lief mit langen Beinen.

Aber, unbewußt, im LaufenHat er besseres gewonnen,

Als die beste Schlecht ein Herz!

Ja, sie liebt ihn, ihn, den Erbfeind!O, der ungliicksel'gen Bärin!

Wüßt' der Vater das Geheimnis,

Ganz entsetzlich würd' er brummen.

Gleich dem alten Odoardo,

Der mit Biirgerstolz erdolchteDie Emilia Galotti,

Würde auch der Atta Troll

Seine Tochter lieber töten,

Toten mit den eignen Tatzen,Als erlauben, daß sie sänkeIn die Arme eines Prinzen!

Doch in diesem AugenblickeIst er weich gestimmt, hat keineLust, zu brechen eine Rose,

Eh' der Sturmwind sie entblättert.

Weich gestimmt liegt Atta TrollIn der Höhle bei den Seinen.Ihn bcschleicht, wie TodesahnungTrübe Sehnsucht nach dem Jenseits!

Kinder!" seufzt er, und es triefenPlötzlich seine großen Augen

Kinder! meine ErdenwallfahrtIst vollbracht, wir müssen scheiden.

Heute mittag kam im SchlafeMir eiu Traum, der sehr bedeutsam.Mein Gemüt genoß das süßeVorgefühl des bald'gen Sterbens.

Bin fürwahr nicht abergläubisch,Bin kein Faselbär doch giebt esDinge zwischen Erd' und Himmel,Die dem Denker unerklärlich.

Über Welt und Schicksal grübelnd,War ich gähnend eingeschlafen,

Als mir träumte, daß ich lägeUnter einem großen Baume.