Atta Troll,
Wirklich eine Fürstin war sie,War Judäas Königin,
Des Herodes schönes Weib,
Die des Täufers Haupt begehrt hat.
Dieser Blutschuld halber ward sieAuch vermaledeit; als NachtspukMuß sie bis zum jüngsten TageReiten mir der wilden Jagd,
In den Händen trägt sie immerJene Schüssel mit dem HaupteDes Johannes, und sie küßt es;Ja, sie küßt daS Hanpt mit Inbrunst.
Denn sie liebte einst Johannen! —In der Bibel steht es nicht,
Doch im Volke lebt die SageVon Herodias' blut'ger Liebe —
Anders wär' ja unerklärlichDaS Gelüste jener Dame —
Wird ein Weib das Haupt begehrenEines Manns, den sie nicht liebt?
War vielleicht ein bißchen böseAuf den Liebsten, ließ ihn köpfen;Aber als sie auf der SchüsselDas geliebte Haupt erblickte,
Weinte sie und ward verrückt,Und sie starb in Liebeswnhnsinn —sLiebeswahnsinn! Pleonasmus!
Liebe ist ja schon ein Wahnsinn!)
Nächtlich auferstehend trägt sie,Wie gesagt, das blut'ge HauptIn der Hand, auf ihrer Jagdfahrt -Doch mit toller Weiberlaune
Schleudert sie das Haupt zuweilenDurch die Lüfte, kindisch lachend,Und sie fängt es sehr behendeWieder auf, wie einen Spielball,
Als sie mir vorüberritt,
Schaute sie mich an und nickteSo kokett zugleich und schmachtend,Daß mein tiefstes Herz erbebte.