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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
149
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Atta Troll.

Was dir Gold und Purpur dünkte,Ach, das ist nur eitel Schnee,

Eitel Schnee, der blöd und kläglichIn der Eiusaiukeit sich langweilt.

Oben in der Nähe hört' ich,

Wie der arme Schnee geknistert,

Und den fühllos kalten WindenAll sein weißes Elend klagte.

O, wie langsam" seufzt' er schlcIn der Öde hier die Stunden!

Diese Stunden ohne Ende,

Wie gcfrorne Ewigkeiten!

O, ich armer Schnee! O, war' ich,Statt auf diese Bergeshöhen,

War' ich doch ins Thal gefallen,

In das Thal, wo Blumen blühen!

Hingeschmolzen war' ich dannAls ein Bächlein, und dcS DorfesSchönstes Mädchen wüsche lächelndIhr Gesicht mit meiner Welle.

Ja, ich war' vielleicht geschwommenBis ins Meer, Ivo ich zur PerleWerden konnte, um am EndeEine Königskron' zu zieren!"

Als ich diese Reden hörte,

Sprach ich:Liebster Schnee, ich zweifle,Daß im Thale solch ein glänzendSchicksal dich erwartet hätte.

Tröste dich. Nur wen'ge nutenWerden Perlen, und dn fielestDort vielleicht in eine Pfütze,

Und ein Dreck wärst du geworden!"

Während ich in solcher WeiseMit dem Schnee Gespräche führte,

Fiel ein Schuß, und ans den LüstenStürzt herab ein brauner Geier.

Späßchcn war's von dem Laskaro,Jägerspäßchen. Doch sein AntlitzBlieb wie immer starr und ernsthaft.Nur der Lauf der Flinte rauchte.