Zeitgedichte.
Lieder.
i.
Welch ein zierlich EbenmaßIn den hochgeschossucn Gliedern!Auf dem schlanken Hälschen wiegt sichEin bezaubernd kleines Köpfchen.
Reizend halb und halb auch rührendIst das Antlitz, wo sich mischenWollnstblicke eines Weibeslind das Lächeln eines Kindes.
Läg' nur nicht auf deinen SchulternHie und da, wie dicker Schatten,
Etwas Erdenstanb, ich würdeMit der Venus dich vergleichen —
Mit der Göttin Aphrodite,
Die der Meeresflut entstiegen,Anmntblühend, schönheitstrahlend,Und, versteht sich, wvhlgewaschen.
2.
„Augen, sterblich schöne Sterne!"Also mag das Liedchen klingen,Das ich weiland in ToscanaAn dem Meere hörte singen.
Eine kleine Dirne sang es,Die am Meere Netze flickte;Sah mich an, bis ich die LippenAn ihr rotes Miindchcn drückte.
An das Lied, an Meer und NetzeHab' ich wieder denken müssen,Als ich dich zuerst erblickte —
Doch mm muß ich dich auch küssen.
3.
Es erklingt wie LiebestöneAlles, was ich denk' und fühl'.Ach! da hat der kleine schöneLiebesgott die Hand im Spiel.