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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
105
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Zeitgedichte.

Michel! fürchte nichts und labeSchon hicnicdcn deinen Wanst,Spater liegen wir im Grabe,Wo du still verdauen kannst.

27.

Deutschland.

Deutschland ist noch kleines Kind,

Doch die Sonne ist seine Amine,

Sie sängt es nicht mit stiller Milch,

Sie säugt es mit "wilder Flamme.

Bei solcher Nahrung wächst man schnellUnd kocht das Blut in den Adern.Ihr Nachbarskinder, hütet euch,

Mit dem jungen Burschen zu hadern!

Er ist ein täppisches Riesclein,

Reißt aus dem Boden die Eiche,

Und schlägt euch damit den Rücken wundUnd die Köpfe windelweiche.

Dem Siegfried gleicht er, dem edlen Fant,Von dem wir singen und sagen;

Der hat, nachdem er geschmiedet sein Schwert,Den Amboß entzwei geschlagen!

Ja, du wirst einst wie Siegfried sein,Und töten den häßlichen Drachen,

Heisa! ivie freudig vom Himmel herabWird deine Frau Amme lachen!

Du wirst ihn töten, und seinen Hort,Die Reichsklcinodien besitzen.

Heisa! wie wird auf deinem. HauptDie goldne Krone blitzen!

28.

Wartet nur!

Weil ich so ganz vorzüglich blitze,Glaubt ihr, daß ich nicht donnern könnt'!Ihr irrt euch sehr, denn ich besitzeGleichfalls für's Donnern ein Talent.