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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
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101
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Zeitgcdichte.

Maria, Himmelskönigin,

Du Fürstin sonder Mangel!

Zins Heil'gen besteht dein HvfgesindUnd deine Diener sind Engel.

Geflügelte Pagen warten dir ans,Sie flechten dir Blumen und BänderIns goldene Haar, sie tragen dir nachDie Schleppe deiner Gewänder.

Maria, reiner Mvrgenstern,

Du Lilie sonder Makel,

Du hast so manches Wunder gcthan,So manches fromme Mirakel

O, laß aus deiner Gnaden BornAuch mir ein Tröpflein gleiten!

Gicb mir ein Zeichen deiner Huld,Der hochgebenedeiten!"

Die Mutter Gottes bewegt sich alsbald,Sichtbar bewegt sich ihr Mündchen,Sie schüttelt ungeduldig das HauptUnd spricht zu ihrem Äindchenc

Es ist ein Glück, daß ich auf dem ArmDich trage und nicht mehr im Bauche,Ein Glück, daß ich Nor dem. VersöhnMich nicht mehr zu fürchten brauche.

Hätt' ich in meiner SchwangerschaftErblickt den häßlichen Thoren,

Ich hätte gewiß einen WcchselbalgStatt eines Gottes geboren."

22.

Kirchenrnt Prometheus.

Ritter Paulus, edler Räuber,Mit gerunzelt düstren StirnenSchann die Götter auf dich nieder,Dich bedroht das höchste Zürnen.

Ob dem Raube, ob dem Diebstahl,Den du im Olymp begangenFürchte des Prometheus Schicksal,Wenn dich Jovis Häscher fangen!