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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
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Ivo Zcitgedichtc.

Doch daß man aus meiner Krone stahlDie beste Perle, daß manMir meinen Turnkunstmeister geraubt,Das Menschenjuwel, den Maßmann

Das hat mich gebeugt, das hat mich geknickt,Das hat mir die Seele zerschmettert:

Mir fehlt jetzt der Mann, der in seiner KunstDen höchsten Pfahl erklettert.

Ich sehe die kurzen Bcinchcn nicht mehr,

Nicht mehr die Platte Nase;

Er schlug wie ein Pudel frisch-fromm-fröhlich-freiDie Purzelbäume im Grase.

Nur Altdeutsch verstand er, der Patriot,Nur Jakob-Grimmisch und Zenuisch;

Fremdwörter blieben ihm immer fremd,

Griechisch zumal und Lateinisch.

Er hat, ein vaterländisch Gemüt,Nur Eichelkaffee getrunken,

Franzosen fraß er und Limburger KäS,

Nach letzterm hat er gestunken.

O Schwager! gieb mir den Maßmnnn zurück!Denn unter den GesichternIst sein Gesicht, was ich selber binAls Dichter unter den Dichtern.

O Schivager! behalt' den Cornelius,

Auch Schelling, fdaß du den NückertBehalten kannst, versteht sich von selbst)

Wenn nur der Maßmann zurückkehrt!

Q Schwager! begnüge dich mit dem Ruhm,Daß du mich verdunkelt heute;

Ich, der in Deutschland der Erste mar,

Ich bin nur noch der Zweite" . . .

III.

Zu München in der Schlvßkapcll'Steht eine schöne Madoune;

Sie trägt in den Armen ihr Jesnlcin,Der Welt und des Himmels Wonne.

Als Ludewig von BayerlandDas Heiligenbild erblicket,

Da kniete er nieder andachtsvolllind stotterte selig verzücket: