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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
72
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Neue Gedichte.

Wer die beiden tanzen sieht,

Dem erbebt das Gemüt —

Der Henker steht vor der Thüre.

Und wie sie tanzen im dröhnenden Saal,Herr Olaf flüstert zu seinem Gemahl:„Du weißt nicht, wie lieb ich dich Hab' —So kalt ist das Grab" —>

Ter Henker steht vor der Thüre.

III.

Herr Olaf, es ist Mitternacht,

Dein Leben ist verflossen!

Du hattest eines FürstenkindsIn freier Lust genossen.

Die Mönche murmeln das Totengcbet,Der Mann im roten Rocke,

Er steht mit seinem blanken BeilSchon vor dein schwarzen Blocke.

Herr Olaf steigt in den Hof hinab,Da blinken viel' Schwerter und Lichter.Es lächelt des Ritters roter Mund,Mit lächelndem Munde spricht er:

„Ich segne die Sonne, ich segne den Mond,Und die Stern', die am Himmel schweifen;Ich segne auch die Vögelcin,

Die in den Lüften pfeifen.

»Ich segne das Meer, ich segne das Land,Und die Blumen ans der Aue;

Ich segne die Beilchen, sie sind so sanftWie die Augen meiner Fraue.

„Ihr Veilchenaugen meiner Frau,

Durch euch verlier' ich mein Leben!

Ich segne auch den Holunderbaum,

Wo du dich mir ergeben."

II.

Die Nixen.

Am einsamen Strande plätschert die Flut,Der Mond ist aufgegangen;

Auf weißer Düne der Ritter ruht,

Von bunten Träumen befangen.