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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
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70
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70 Neue Gedichte.

Nachtwächterlieder hör' ich singen,Dazwischen Nachtigallcnlaut.

Dem Dichter war so wohl daheimeIn Schildas teurem Eichenhain;

Dort wob ich meine zarten ReimeAus Veilchendnft und Mondenschein.

9.

In der Frühe.

Auf dein Fanbourg Saint-MareeanLag der Nebel heute morgen,Spätherbstnebel, dicht und schwer,Einer weißen Nacht vergleichbar.

Wandelnd durch die weiße Nacht,Schaut' ich mir vornbergleitenEine weibliche Gestalt,

Die dem Mvndenlicht vergleichbar.

Ja, sie war wie Mondenlicht,

Leicht hinschwebcnd, zart und zierlich,Solchen schlanken GliederbauSah ich hier in Frankreich niemals.

War es Lnna selbst vielleicht,Die sich heut bei einem schonen,Zärtlichen EndymivnDes Quartier Latin verspätet?

Auf dem Heimweg dacht' ich nach:Warum floh sie meinen Anblick?

Hielt die Göttin mich vielleichtFür den Sonnenlenker Phöbus?

10.

Ritter Olaf.

I.

Vor dem Dome stchn zwei Männer,Tragen beide rote Röcke,

Und der eine ist der König,

Und der Henker ist der andre.

Und zum Henker spricht der König:„Am Gesang der Pfaffen merk' ich,