Neue Gedichte.
3.
Childe Harold.
Eine starke schwarze BarkeSegelt trauervoll dahin.Die vermummten und verstummtenLeichenhüter sitzen drin.
Toter Dichter, stille liegt er,Mit entblößtem Angesicht;
Seine blauen Augen schauenImmer noch zum Himmelslicht.
Aus der Tiefe klingt's, als riefeEine kranke Nixenbraut,
Und die Wellen, sie zerschellenAn dem Kahn, wie Klagelant.
4.
Die Beschwörung.
Der junge Franziskaner sitztEinsam in der Klosterzelle,
Er liest im alten Zauberbnch,
Genannt der Zwang der Hölle.
Und als die Mitternachtstunde schlug,Do tonnt' er nicht länger sich halten,Mit bleichen Lippen ruft er anDie UnterweltSgewalten.
„Ihr Geister! holt mir aus dem GrabDie Leiche der schönsten Frauen,
Belebt sie mir für diese Nacht,
Ich will mich dran erbauen."
Er spricht das grause Beschwörungswort,Da wird sein Wunsch erfüllet,
Die arme verstorbene Schönheit kommt,In weiße Laken gehüllet.
Ihr Blick ist traurig. Aus kalter BrustDie schmerzlichen Seufzer steigen.
Die Tote setzt sich zu dem Mönch,Sie schauen sich an und schweigen.