Neue Gedichte.
Die Sehnsucht treibt. — Ich muß mich näh'rcnDem holden unheilschwangern Ort —
Schon kann ich ihre Stimme hören —
Klingende Flamme ist ihr Wort.
Sie fragt: „Monsieur, wie ist der NameDer Sängerin, die eben sang?"
Stotternd antworte ich der Dame:
„Hab' nichts gehört von dem Gesang."
3.
Wie Merlin, der eitle Weise,Bin ich armer NekromantNun am Ende festgebanntIn die eignen Zanberkreise.
Festgebannt zu ihren FüßenLieg' ich nun, und immerdarSchau' ich in ihr Augenpaar;Und die Stunden, sie verfließen.
Stunden, Tage, ganze Wochen,Sie verfließen wie ein Traum,Was ich rede, weiß ich kaum,
Weiß auch nicht, was sie gesprochen.
Manchmal ist mir, als berührenIhre Lippen meinen Mund —Bis in meiner Seele GrundKann ich dann die Flammen spüren.
4.
Den Tag, den Hab' ich so himmlisch verbracht,Den Abend verbracht' ich so göttlich,
Der Weil: war gut und Kitty war schön,Und das Herz war unersättlich.
Die roten Lippen, die küßten so wild,So stürmisch, so sinneverwirrend;
Die braunen Augen schauten mich anSo zärtlich, so knisternd, so girrend.
Das hielt mich umschlungen, und nur mit ListKönnt' ich entschlüpfen am Ende,
Ich hatte mit ihrem eigenen HaarIhr festgebunden die Hände.