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2 (1898) Zeitgedichte [u.a.] Neue Gedichte
Entstehung
Seite
55
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Neue Gedichte.

Dich Unvergleichliche, dich Gute, Reine,

Die mir das Herz mit heitrer Lust erfüllt!

Vergebens siehst du mich nach Bildcru schweifenUnd siehst mich mit Gefühl und Reimen ringen,Und, ach! du lächelst gar vl> meiner Qual!

Doch lächle nur! Denn wenn du lächelst, greifenGaudarven nach der Zither, nnd sie singenDort oben in dem goldnen Sonncnsaal,

Katharina.

1.

Ein schöner Stern geht auf in meiner Nacht,Ein Stern, der süßen Trost hcrniederlachtUnd neues Leben mir versstricht

O, lüge nicht!

Gleichwie das Meer dem Mond entgcgenschwillt,So flutet meine Seele, froh und wild,

Empor zu deinem, holden Licht

O, lüge nicht!

2.

Wollen Sie ihr nicht vorgestellt sein?"Flüsterte mir die Herzogin.

Beileibe nicht, ich müßt' ein Held sein,Ihr Anblick schon wirrt mir den Sinn."

Das schöne Weib macht mich erbeben!Es ahnet mir, in ihrer Näh'

Beginnt für mich ein neues Leben,

Mit neuer Lust, mit neuem Weh.

Es hält tvie Angst mich von ihr ferne,Es treibt mich Sehnsucht hin zu ihr!Wie meines Schicksals wilde SterneErscheinen diese Augen mir.

Die Stirn ist klar. Doch es gewittertDahinter schon der künft'ge Blitz,

Der künft'ge Sturm, der mich erschüttertBis in der Seele tiefsten Sitz.

Der Mund ist fromm. Doch mit EntsetzenUnter den Rosen seh' ich schonDie Schlangen, die mich einst verletzenMit falschem Kuß, mit süßem Hohn.