Neue Gedichte.
24.
Es haben unsre HerzenGeschlossen die heil'ge Allianz;Sie lagen fest aneinander,Und sie verstanden sich ganz.
Ach, nnr die junge Rose,Die deine Brnst geschmückt,Die arme Bundesgenvssin,Sie wurde fast zerdrückt.
17
2S.
Sag' mir, wer einst die Uhren crfund,Die Zeitabteilnng, Minuten und Stund'?Das war ein frierend trauriger Mann.Er saß in der Winternacht und sann,Und zählte der Mäuschen heimliches QuickenUnd des Holzwurms ebenmäßiges Picken.
Sag' mir, wer einst das Küssen erfnnd?Das war ein glühend glücklicher Mund;Er küßte und dachte nichts dabei.
Es war im schönen Monat Mai,Die Blumen sind ans der Erde gesprungen,Die Sonne lachte, die Vögel snngen.
26.
Wie die Nelken duftig atmen!
Wie die Sterne, ein GewimmelGoldncr Bienen, ängstlich schimmernAn dem veilchenblauen Himmel!
Aus dein Dunkel der KastanienGlänzt das Landhaus, weiß und lüstern,Und ich hör' die Glasthür klirrenUnd die liebe Stimme flüstern.
Holdes Zittern, süßes Beben,Furchtsam zärtliches Umschlingen —Und die jungen Rosen lauschen,
Und die Nachtigallen singen.
27.
Hab' ich nicht dieselben TräumeSchon geträumt von diesem Glücke?
Heine'S Werke. II. Bd.
?,s 14.
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