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Buch der Lieder.
Komm her, komm her, mein Schloßdienstmann,Was hat dich bleich gemacht?
Fürchtst du, der Franzmann kam' heran,Durchfröstelt dich die Nacht?
„Glaubst du, ich zittre für den Leib?
Sir Childs, bin nicht so bang!
Doch denkt er au sein fernes Weib,
Wird bleich des Treuen Wang'!
„Am Seerand, wo dein Stammschloß ragt,Da wohnt mir Weib und Kind;
Wenn nun der Bub nach Vater fragt,
Was sagt sie ihm geschwind?"
Still, still, mein wackrer Schloßdienstmann,Man ehre deinen Schmerz;
Doch ich bin leichtrer Art und kannEntfliehn, alS sei's ein Scherz.
Ich traue Weibesseufzern nicht!
Ein frischer BuhlertroßWird trocknen jenes Auge licht,
Das jüngst noch überfloß.
Mich quälet kein' Erinnerung süß,
Kein Sturm, der näher rollt;
Mich quält nur, daß ich nichts verließ,
Weshalb ich weinen sollt'.
Und nun schwimm' ich auf weitem Meer,Bin einsam in der Welt: —
Sollt' ich um andre weinen sehr,
Da mir kein Thränlein fällt?
Mein Hund heult nur, bis neue Speis'
Ein neuer Herr ihm reicht;
Kehr' ich zurück und nah' ihm leis —
Zerfleischt er mich vielleicht.
Mit dir, mein Schiff, durchscgl' ich freiDas wilde Mecrgebraus;
Trag mich, nach welchem Land es sei,
Nur trag mich nicht nach Haus!
Sei mir willkommen, Meer und Luft!
Und ist die Fahrt vollbracht,
Sei mir willkommen, Wald und Kluft!
Mein Vaterland, — gut' Nacht!