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Buch der Lieder.
Hie Uordsee,
(182S—1826.)
Erster Eyklus.
Uneigennützig z» sein iu allem, amuneigennützigsten iu Liebe und Freund-schaft. war meine höchste Lust, meineMaxime, meine Ausübung, so daß jenessrech'c, spätere Wort: ..Wenn ich dichliebe, was geht's dich an?" mir rechtaus der Seele gesprochen ist.
(Aus Goethe's „Dichtung undWahrheit", vierzehntes Buch.)
1.
Kr i>li iiiils.
Ihr Lieder! Ihr meine guten Lieder!
Auf. auf! und wappnet euch!
Laßt die Trompeten klingen,
Und hebt mir auf den SchildDies junge Mädchen,
Das jetzt mein ganzes HerzBeherrschen soll, als Königin.
Heil dir! du junge Königin!
Von der Sonne drobenReiß' ich das strahlend rote Gold,
Und webe draus ein DiademFür dein geweihtes Haupt.
Von der flatternd blauseidnen Himmclsdecke,
Worin die Nachtdiamanten blitzen,
Schneid' ich ein kostbar Stuck,
Und häng' es dir als KrönungsmantclUm deine königliche Schulter.
Ich gebe dir einen HofstaatVon steifgeputzten Sonetlcn,
Stolzen Terzinen und höflichen Stanzen;
Als Läufer diene dir mein Witz,
Als Hofnarr meien Phantasie,
Als Herold, die lachende Thräne im Wappen,
Diene dir mein Humor.
Aber ich selber, Königiii,
Ich kniec vor dir nieder,