Druckschrift 
1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
127
Einzelbild herunterladen
 

AuS der Harzreise.

Blumen, kühne Wunderblumen,Blatter, breit und fabelhaft,

Duftig bunt und hastig regsam,Wie gedrängt von Leidenschaft.

Rosen, wild wie rote Flammen,Sprühn aus dem Gewnhl hervor;

Lilien, wie krhstallne Pfeiler,

Schießen himmelhoch empor.

Und die Sterne, groß wie Sonnen,Schann herab mit Sehnsuchtglut;In der Lilien RiesenkelcheStrömet ihre Strahlenflnt.

Doch wir selber, liebes Kindchen,

Sind verwandelt noch viel mehr;Fackelglanz und Gold und SeideSchimmern lustig um uns her.

Du, du wurdest zur Prinzessin,

Diese Hütte ward zum Schloß,

Und da jubeln und da tanzenRitter, Frann und Knappentrvß.

Aber ich, ich Hab' erworbenDich und alles, Schloß und Leut';Pauken und Trompeten hnld'genMeiner jungen Herrlichkeit!

Der Hirtenknabe.

König ist der Hirtenknabe,

Grüner Hügel ist sein Thron;

Über seinem. Haupt die SonneIst die große, goldne Krön'.

Ihm zu Füßen liegen Schafe,

Weiche Schmeichler, rotbekrenzt;Kavaliere sind die Kälber,lind sie wandeln stolzgespreizt.

Hofschauspieler sind die Böcklein;Und die Vögel und die Küh',

Mit den Flöten, mit den Glöcklein,Sind die Kammermnsici.

Und das klingt und singt so lieblich,Und so lieblich rauschen dreinWasserfall und Tannenbäume,

Und der König schlummert ein.