Lyrisches Intermezzi
Es singt der Schwan im Weiher,Und rudert auf und ab,Und immer leiser singendTaucht er ins Flutcngrab.
Es ist so still und dunkel!Verweht ist Blatt und Blut',Der Stern ist knisternd zerstoben,Verklungen das Schwanenlicd.
60.
Der Traumgott bracht' mich in ein Riesenschlvß,Wo schwüler Zanberduft und Lichterschimmer,Und bunte Menschenwogc sich ergoßDurch labyrinthisch vielverschlungne Zimmer.Die Ausgangspforte sucht der bleiche TroßMit Händeringen und mit Angstgewimmer.Jungfraun und Ritter ragen aus der Menge,Ich selbst bin fortgezogen im Gedränge.
Doch plötzlich steh' ich ganz allein, und seh',Und staun', wie schnell die Menge tonnt' verschwinden,Und wandre fort allein, und eil', und geh'
Durch die Gemächer, die sich seltsam winden.
Mein Fuß wird Blei, im Herzen Angst und Weh,Berzweifl' ich fast, den Ausgang je zu finden.Da komm ich endlich an das letzte Thor;
Ich will hinaus — o Gott, wer steht davor!
Es war die Liebste, die am Thvre stand,
Schmerz um die Lippen, Sorge auf der Stirnc,Ich soll zuriickgehn, winkt sie mit der Hand;
Ich weiß nicht, ob sie warne oder zürne.
Doch aus den Augen bricht ein süßer Brand,Der mir durchzuckt das Herz und das Gehirne.Wie sie mich ansah, streng und wunderlich,
Und doch so liebevoll, erwachte ich.
61.
Die Mitternacht war kalt und stumm;Ich irrte klagend im Wald herum.
Ich habe die Bäum' aus dem Schlaf gerüttelt,Sie haben mitleidig die Köpfe geschüttelt.