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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
38
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Buch der Lieder.

Und wem dort am besten dringetLiederblnt aus Herzensgrund,Der ist Sieger, der erringetBestes Lob aus schönstem Mund.

12.

Dir FcnstcrschlNl.

Der bleiche Heinrich ging vorbei,

Schon Hedwig lag am Fenster.

Sie sprach halblaut:Gott steh mir bei,Der unten schaut bleich wie Gespenster!"

Der unten erhob sein Aug' in die Höh',Hinschmachtend nach Hedcwigs Fenster.Schön Hedwig ergriff es wie Licbcsweh,Auch sie ward bleich wie Gespenster.

Schön Hedwig stand nun mit LicbesharmTagtäglich lauernd am Fenster.

Bald aber lag sie in Heinrichs Arm,Allnächtlich zur Zeit der Gespenster.

13.

Der wllndc Nittcr.

Ich weiß eine alte Knude,Die hallet dumpf und trüb;Ein Ritter liegt liebeswunde,

Doch treulos ist sein Lieb.

Als treulos muß er verachtenDie eigne Herzliebste sein,Als schimpflich muß er betrachtenDie eigne Liebespein.

Er mächt' in die Schranken reitenlind rufen die Ritter zum Streit:Der mag sich zum Kampf bereiten,Wer mein Lieb eines Makels zeiht!"

Da würden wohl alle schweigen,Nur nicht sein eigener Schmerz;Da iniißt' er die Lanze neige»Widers eigne klagende Herz.