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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
143
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Biographie.

Gesinnung der deutsche» Exulanten und der heimischen Schriftstellerwar es, was die Erbitterung des Dichters immer mehr steigerte,sondern vielmehr die innerste Überzeugung, daß diese neue politischeTendenzdichtung nur das Grab aller Poesie sei. Der französischeKommunismus Prvudhons imponierte dem Dichter viel mehr alsdie liberalen Bestrebungen deutscher Politiker und die Freiheitsliederdeutscher Dichter.

Aber nicht nur der träumerische illusorische Zustand der da-maligen deutschen Politik war es, was den Dichter in Harnischbrachte. Ein Höheres, das Höchste schien ihm gefährdet: die Poesieselbst. Es war ihm, als wollten die Dichter selbst gegen die Poesie,die Künstler gegen die Kunst sich empören. Nichts mehr von Zärt-lichkeil und Liebe, von Schmerz und Freude, Lust und Qual, nichtsmehr von Nachtigallensang und Roscnduft, von Lenzeswehen undWintcrsöde, von Scheiden und Meiden und Wiedersehen.DieOpposition verkaufte ihr Lcder und ward Poesie. Die Musen be-kamen die strenge Weisung, sich hinfüro nicht mehr müßig und leicht-fertig ninhcrzutreiben, sondern in vaterländischen Dienst zu treten."

Damals wie nie zuvor galt es die unveräußerlichen Rechte derPoesie zu vertreten. Und Heine schrieb seinenAtta Troll", eineApotheose der echten Poesie, eine Satire auf den philosophischenRadikalismus, die politische Tendenzdichtung und die deutsche Kritik.Mit dieser Schöpfung beginnt eine zweite Periode in der PoesieHeines, die aber leider nur von sehr kurzer Dauer war. Mit diesen,Gedicht, das erdas letzte freie Waldlied der Romantik", denSchwancngesang der untergehenden Periode" nannte, hatte der DichterAbschied genommen von den romantischen Traditionen seiner Jugend.Die Dichtung, welche von den darin angegriffenen Tcndenzbärcn da-mals furchtbar verhöhnt wurde, wird jetzt als eine der hervor-ragendsten Schöpfungen des Dichters, ja als ein Bild von HeinesPoesie überhaupt anerkannt. Natürlich wurde Heine, als derAttaTroll" zuerst in LaubesZeitung für die elegante Welt" erschien,von allen Seiten der politischen und littcrarischcn Reaktion beschuldigt.Aber du lügst, Brutus" so verteidigte er sich gegen jenen Bor-wurfdu lügst, Cassins und auch du lügst, Asinius, wenn ihrbehauptet, mein Spott träfe jene Ideen, die eine kostbare Errungen-schaft der Menschheit sind und für die ich selber so viel gestrittenund gelitten habe."

Unter solchen Umständen erscheint es begreiflich, wenn Heinedamals an seinen Bruder schrieb:Nach Deutschland gehe ich nieund nimmer zurück." Nichtsdestoweniger war er ein halbes Jahrspäter in Hamburg. Hauptsächlich die Liebe zur Mutter, dann aberauch der Wunsch, mit Julius Campe,aller Verleger Blüte", einenneuen endgültigen Vertrag abzuschließen, bewogen ihn zu dieser Reise.