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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
135
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Biographie, 13k

nicht entschließen, an den Ernst jener angedrohten Maßregel znglauben. Ja er ließ sich sogar dazn bewegen, an den hohen Bundes-tag ein offenes Schreiben zu richten, in dein er um Zurücknahmejenes vernichtenden Beschlusses bat.

Wenn Heine glaubte, der Bundestag werde von seinem Schreibentief gerührt sein, so war das wohl nur ein Scherz, Seine Hoffnungaber, daß die deutschen Staaten, Preußender Repräsentant derIntelligenz" voran, es sehr bald einsehen würden,wie das Ver-bieten zukünftiger Bücher aufs lächerlichste blamiert" und seine Zu-versichtzwar keinen Adlcrordcn, aber doch vernünftige Einsicht vonBerlin zn erlangen", ging bald in Erfüllung, Schon am 16, Februar 1836erließ die preußische Regierung ein Dekret, in dem sie erklärte, daßdie Absicht der gegen Heine und die andern Schriftsteller desjungenDeutschland" ausgesprochenen Verbote nicht dahin gehe,die Be-nannten von jeder schriftstellerischen Thätigkeit abzuhalten. Denselbenkönne vielmehr nachgegeben werden, ihre litterarischen Produkte auchferner mit diesseitiger Censur unter ihrem Namen drucken und er-scheinen zn lassen,"

Gerade aber der Censur wollte Heine seine Schriften nicht unter-werfen, Seit Beginn seiner litterarischen Laufbahn führte er jabeständig Krieg gegen die Censur und nun sollte er alle seine Schrifteneinem einzigen Censor, dem Hvfrat John in Berlin, preisgeben. Ermachte deshalb Campe den Vorschlag, ein neues Buch als drittenBand desSalon" herauszugeben,als ob gar nichts passiert sei".Er schlug dafür den TitelDas stille Buch" vor, erklärte es aberals Hnuptbedingung, daß dasselbe gar keiner Censur, und am aller-wenigsten einer preußischen Censur unterworfen werde,

AlS Campe trotzdem sein Buch der preußischen Censur aus-lieferte, benahm sich Heine sehr gut, indem er energisch sein Manu-skript zurückverlangte.

Ans einen scharfen Brief hin, zog Campe das Manuskript zurückund dasselbe blieb in der That ein volles Jahr liegen, bis es endlichzum Druck gelangte. Natürlich wurde daS Buch sofort nach seinemErscheinen in Preußen verboten, trotzdem cS nur dieFlorcntinischenNächte" und dieElementargeister" enthielt, in denen wenig gegenPolitik und Religion zu finden war. Die Vorrede zu demselben, inwelcher er Wvlfgang Menzel vornahm, mußte als besondere Broschüregedruckt werden. Diese beständigen Kämpfe mit der Censur drücktenHeine förmlich nieder. Er mußte ruhig zusehen, wie seine bestenGedanken gemordet wurden und konnte ihnen nicht zu Hilfe eilen.Er, der sonst wie ein Mann gesprochen,der den letzten Fetzendeutscher Geisteskraft vertrat", sollte nun lernen, mit halber Zungezu stammeln und ein Versteckcnspiel mit Worten und Gedanken zntreiben.Ich habe in der letzten Zeit viele Taufende durch Unglück