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kam, da entstanden heftige Debatten nnd Zwistigkcitcn, die endlicheine offene Spaltung nnd das Einschreiten der Staatsbehörde zurFolge hatten. Die Glaubigen wurden ans ihrer Kirche vertrieben,weil sie öffentlichen Anstoß gaben, ihre Papiere mit Beschlag belegtnnd die „Väter" ins Verhör genommen.
Am 27. Angnst 1832 erschienen die in phantastischer Ordens-tracht gekleideten „Brüder in Saint Simon" in feierlichein Aufzugevor den Assisen. Troß ihrer emphatischen Verteidigung wurden diedrei Häupter Enfantin, Chevalier und Dnveyrier zu einem JahrGefängnis, Barranlt und RvdrigneS zu SO Frank Geldstrafe ver-urteilt und die Familie mußte sich auflösen.
Der St. Simonismus selbst hatte die gerichtliche Verurteilungnicht überlebt, aber das Grundprinzip der socialen Frage war nuneinmal aufgeworfen.
Schon aus dieser flüchtigen Darstellung der Geschichte des St.Simonismns nnd seiner Lehren werden die Beziehungen und In-teressen Heines zu dieser Bewegung sich von selbst erkennen lassen.So lange der St. Simonismus eine Schule war, nahm Heine denregsten Anteil an seiner Entwicklung; erst als er sich zu einer Sekteherausbildete, trennten sich seine Wege von denen der „Väter", diemeist auch seine Freunde waren. Vor allem war es der Grundgcdanke Saint Simons, der Aufbau einer neuen pantheistischenHnmanitätsreligion an Stelle des abgelebten Christentums, derHeines innigste Sympathie fand nnd dein er in seinen Schriftenwiederholt, fast in demselben Gedankengang, begeisterten nnd beredtenAusdruck gab. Der politische Teil, die Lehre vom Eigentum, schienihm verbesserungsbedürftig, wie er in einem Schreiben an BarnHagen unumwunden erklärte. Ihn interessierten vor allein diereligiösen Ideen der Schule, „die nur ausgesprochen zu werdenbrauchten, um früh oder spät ins Leben zu treten". Selbst alsder St. Simonismns bereits öffentlich verurteilt war, bekundeteHeine mit wahrem Freimut seine Sympathien für denselben, insbesondere für Prosper Enfantin, den er für „den bedeutendsten Geistder Gegenwart" hielt.
Liest man die Angriffe, welche Heine gegen das Christentum erhebt, so wird man in ihnen ein getreues Echo der Lehren SaintSimons und Enfantins erkennen; nur daß den Dichter seine Abneignng gegen die christliche Weltanschauung viel weiter trieb. Mandarf aber, wenn man die Stellung Heines zum Christentum mitRecht verurteilt, den mildernden Umstand nicht übersehen, daß dieAnschauungen und Lehren, denen sein Haß entsprang, damals ans derStraße gepredigt wurden und in der Luft der Zeit lagen.
ES ist ja überaus interessant zu beobachten, welche merkwürdigeWanderung diese Ideen zurückgelegt haben. Den Pantheistischci!