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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
110
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110 Biographie.

mir seinem Oheim, Solomon Heine, überwarfen, und seine äußereLage verdüsterte sich von Tag zu Tag immer mehr. In den Briefenan Varnhagen gab er seiner Mißstimmung unverhohlen Ausdruckund bezeichnete es als sein eifrigstes Streben, sicha, tont xrix einesichere Stellung zu erwerben; ohne solche kann ich ja doch nichtsleisten. Gelingt es mir binnen kurzem nicht in Deutschland, so reiseich nach Paris ... Ich will nichts unversucht lassen und michzum Äußersten nur im äußersten Falle entschließen."

Der letzte Versuch Heines in dieser Richtung war seine Be-werbung um die erledigte Stelle eines RatS-Syndikus der freienStadt Hamburg; er bat Varnhagen, für ihn thätig zu sein und ließauch sonst kein Mittel unversucht. Aber seine Meldung wurde kaumernsthaft genommen, und so wurde es Heine allmählich klar, daß fürihn jede Aussicht in Deutschland abgeschnitten sei.

Die Idee einer Übersiedlung nach Paris reifte zum festen Ent-schluß und gelangte im April desselben Jahres zur Ausführung.Wie ein Abschied von Deutschland und ein Schcidegrnß an die Binse,der er nun Valet sagen zu müssen glaubte, klingen die Lieder desNeuen Frühling", die in jenen Tagen entstanden, und die er seinerSchwester, Charlotte Embden,artig und liebevoll" gewidmet hat.

Auch mit seinem Oheim, Solomon Heine, versöhnte er sich nochvor seiner Abreise, die in den letzten Ä-agen des Aprilmonats er-folgte. Der Abschied von seiner Familie wurde Heine nicht schwer,weil er nicht daran dachte, für immer nach Paris zu übersiedeln;der Abschied aber von Hamburg wurde ihm sehr leicht, weil er dortnur Leid und Ungemach erfahren hatte.

Über Frankfurt, wo er acht Tage verweilte, mit M. G. Saphirviel verkehrte und sich von Professor Oppenheim malen ließ, überHeidelberg und Karlsruhe reiste er nach Frankreich. Und am 1. Mai l831betrat er französischen Boden, zwei Tage später war er in Paris.

X.

Als Heine nach Paris ging, dachte er keineswegs daran, daßdies eine Übersiedlung auf Lebenszeit sei, noch weniger, welche Jahrevoll schwerer Leiden ihm in dieser Stadt bevorstanden, die schon indtm ersten Tagen einen so mächtigen und bezaubernden Eindruck aufihn ausübte. Heine fühlte sich sofort heimisch in Paris, und dieBriefe an seine.Freunde sind voll Enthusiasmus und einer Lebens-freudigkeit, die uns an ihm fast fremd erscheint.

Während Heine aber mit voller Begeisterung in den Taumeldes Pariser Lebens untertauchte, trat aber doch insbesondere inden Briefen in die Heimat auch die andere, und zwar die echteSeite seiner Empfindungen hervor, das Heimweh nach Deutschland.

In Paris fühlte sich Heine freilich sicherer und freier; es herrschte