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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
Entstehung
Seite
87
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Biographie.

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Da Heine die Absicht, sich in Hamburg als Advokat nieder-zulassen, oder an der Berliner Universität sich als Privatdocent zuhabilitieren, bald aufgegeben hatte, so mußte es ihm vor allen Dingendarauf ankommen, durch ein neues und bedeutendes Werk für seineuSchriftstellerberuf Zeugnis abzulegen, und seiner Familie gegenüberErfolge aufzuweisen, welche derselben die damals noch sehr verpönteLitteratcnexistcnz halbwegs annehmbar machen konnten. Er be-absichtigte deshalb zunächst, seine bisher zerstreut erschienenen Arbeitenin Prosa, dieHarzreise", das Memoire über Polen, mit den GedichtenderHeimkehr" und der ersten Abteilung derNordsee" unter demgemeinsamen TitelWnnderbuch" herauszugeben. Er bot daSManuskript seinem bisherigen Verleger Ferdinand Tümmler inBerlin an; dieser lehnte jedoch das Verlagsnnerbietcn entschiedenab, weil ihm die Hvnorarforderung von zwei LouiSdors für den Bogenungewöhnlich und unberechtigt hoch erschien. Heine wurde dadurchmit seinem späteren Hamburger Verleger bekannt.

Julius Campe war ein Mann von zähcster Thatkraft, un-gewöhnlicher Klugheit und einem kaustischen Humor, durch den eroft in den schwierigsten Situationen eine Lösung der zwischen ihmund seinen Autoren entstandenen Streitigkeiten herbeiführte. DemZug der Zeit folgend, hatte er seinem Verlag eine freiheitlicheRichtung gegeben, und die Schriften von Börne und Jmmermann,von Gutzkow und Wienbarg, von Hebbel, Dingelstedt, Anastasius Grün,Hoffmann von Fallersleben und zahlreiche andere politische undpoetische Werke verlegt, die ihm den Zorn der Regierungen unddie Aufmerksamkeit des deutschen Bundestages in mehr als er-wünschten! Maße zuzogen.

Die Anknüpfung zwischen Heine und Campe vollzog sich in einerfür beide Teile charakteristischen Weise. Heine war Campe nicht vonPerson bekannt. Einmal suchte er dessen bekanntes Geschäft auf,um sich nach neuen Erscheinungen umzusehen. Campe empfahl ihm,nichts ahnend, auch seine eigenen Gedichte. Als Heine dann vondenselben absichtlich ziemlich wegwerfend sprach, verteidigte Campediese neuartigen Poesien mit lebhafter Wärme und zeigte sich nichtabgeneigt, derartiges selbst zu verlegen. Heine nahm ihn daraufandern Tags beim Wort und offerierte ihm, für den Fall, daß diesessein Ernst gewesen, sein fertiges Manuskript.

Campe nahm dasselbe sofort.an und erwarb das Verlagsrechtder ersten und aller künftigen Auflagen für ein Honorar von fünfzigLouisdors.

Im Frühling des JahreS 1826 erschien der erste Band dcSerwähnten Werkes unter dem TitelRcisebilder". Heine hatte sichkeine großen Hoffnungen ans dieses Buch gemacht, er glaubte, daßsein Ruhm durch das Erscheinen diese? Werkes nicht sonderlich gefördert