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1 (1898) Buch der Lieder Biographie
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Biographie. 27

fremde Sprachen, besonders Englisch, Geographie, Bnchhaltcn, kurzalle auf den Land- nnd Seehandel und Gewerbskunde bezüglichenWissenschaften studieren."

Harry Heine war ein durchaus intelligenter, damals bereitsvielfach gebildeter nnd fleißiger Knabe, dazu eine mehr träumerischennd sinnende, als handelnde und thatkrästige Natur wenn dieEltern ihn trotzdem nicht wollten studieren lassen, so müssen wohldiesem LieblingSPlan der Mutter unüberwindliche Hindernisse ent-gegengestanden haben. Das Haupthindernis war wahrscheinlich dieAussichtslosigkeit, mit welcher die damaligen Inden der Zukunftwieder entgegensehen muhten.

Die Reaktion nach den Befreiungskriegen hatte bereits begonnen,die Federn des Wiener Kongresses verdarben emsig, wie schon Blüchervorausgeahnt hatte, was die Schwerter erworben hatten, das christlich-germanische Prinzip war die Parole der deutschen Regierungen geworden was blieb daher dem jüdischen Studierenden übrig, als sich derMedizin zuzuwenden, dem einzigen Fach, zu welchem Juden schonvon alters her zugelassen wurden und das ihnen selbst die Restanrations-politik nicht mehr verschließen konnte!

Für den Geist der Medizin hatte aber Heine weder Verständnisnoch Interesse; zudem mögen die durchaus nicht begüterten Elternanch die nicht unbeträchtlichen Kosten gescheut haben, die ein solche?Studium erforderte und so wanderte Heine nach Beendigungseiner Gymnasialstndicn im Herbst des Jahres 1814 zunächst in dieHandelsschule von Vahrenkampf in Düsseldorf, um dort die kauf-männischen Wissenschaften zu erlernen.

Statt der kaufmännischen Studien scheint Heine in dieser Anstaltaber vielmehr poetische und andere Allotria getrieben zu haben, wiemanche Anekdoten anS jener Schnlstube beweisen.

Nachdem er die notwendigsten Elemente des kaufmännischenWissens, allerdings wohl kaum in dem von ihm selbst angegebenenUmfang, sich angeeignet hatte, nahm ihn sein Vater etwa zu Anfangdes folgenden Jahres 1815 nach Frankfurt a. M. zur Messe mit.DaS Leben und Treiben während einer solchen Messe, der rege Ver-kehr unter den Frankfurter Kaufleuten sollte den Knaben für seinenzukünftigen Berns begeistern; das Beispiel seines Oheims SalvmonHeine, der sich durch eigene Kraft zum Millionär emporgeschwungenhatte,vor dem alle Senatoren den Hut abziehen", wurde ihm stetsals Ideal vorgehalten.

Es gelang Samson Heine, seinen Sohn, der ja mit den bestenZeugnissen versehen war, in dem Comptoir des reichen Bankier Rinds-kopf auf der Frankfurter Wechslerbank als Volontär unterzubringen.Allein der phnntasievolle Knabe wurde durch die Einförmigkeit einesderartigen GeschäftSlebcns sehr bald abgeschreckt; schon nach kurzer