19 Biographie,
Kaufmannsstandc, und gründete sich in Hamburg eine angeseheneStellung als Wcchselniakler,
Samson Heine, der Vater des Dichters, am 13, August 1764zu Hannover geboren, nach seiner Verheiratung dem Kaufmanns-stande angchörig, machte in seinen Jugendjahren den Feldzug inFlandern und Brabnnt mit, in der Eigenschaft eines Prvviant-mcisters des Prinzen Ernst von Eumberland, mit Offiziersrang; sokam er in seinem Kricgslcben auch nach Düsseldorf und dieserAufenthalt entschied seine ganze Zukunft,
Die Familie van Geldern, deren Stammvater Isaak van Geldern,war um das Jahr 1790 aus Holland in Deutschland eingewandert.Isaak war ein reicher Mann, der sein Vermögen noch durch bedeu-tende Geldgeschäfte vermehrte, der zugleich aber auch ein warm-fühlcndes Herz für die Leiden seiner damals noch unterdrücktenGlaubensgenossen hatte und eine Verbesserung ihres Loses anstrebte,DaS „van" seines Namens verdankt derselbe wohl kaum einem Adels-diplvm, obwohl bereits im Anfang des 17, Jahrhunderts adlige Indenin Holland lebten und sogar hohe StaatSämter bekleideten.
Erst in Deutschland scheint das „van" in „von" umgewandeltworden zu sein. Wir begegnen ihm zuerst in einem Aktenstück,welches für die Bedeutung der Familie charakteristisch ist. In dem-selben ernennt der Kurfürst Karl Philipp im Jahre 1727 den SohnIsaaks, Lazarus van Geldern, zu seinem Hoffaktvr,
Petra van Geldern, Heines Mutter, die ihren Namen spater inBetty umwandelte, wurde als Tochter des Lazarus van Geldern am27, November 1771 zn Düsseldorf geboren, Sle hatte eine trefflicheErziehung im elterlichen Hause genossen, sprach englisch und fran-zösisch so geläufig wie ihre Muttersprache und las die hervorragendstenDichlerwerke beider Nationen im Original, Rousseau und Goethewaren ihre Lieblingsschriftsteller. Ihr klarer Geist und ihr poetischesGemüt sind am deutlichsten aus einer Korrespondenz zu erkennen,die aus ihrem 24, Lebensjahre datiert und die uns einen tiefen Ein-blick in ihren Charakter wie in ihre ideale Lcbcnsanschauung gewährt.Zugleich klingt ans derselben der tiefe Schmerz um die Leiden desBaterlandes wieder. „Nur der Schwache," heißt es in einem dieserBriefe, „muß sich auf das große, dennoch aber schwankende Rohr,Etikette, stützen. Obgleich ich mit einem alltäglichen Gesicht undFigur auch einen alltäglichen Geist verbinde, so fühle ich dennoch dieKraft, mich über die Chimären: Vorurteil, Konvenienz und Eti-kette hinanszuschwingen und nur den Wohlanstand als die einzigeGrenzlinie zu betrachten, um mich alsdann freiwillig unter den Schutzder Religion und Tugend zn begeben. Ich hoffe, Sic werden dieseArt zu denken, billigen; sollte es nicht sein, so bitte ich um einefreundschaftliche Zurechtweisung."