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Aus den Gemälden
Der redliche Epikur zog die Freundschaft allen an-dern Tugenden vor. Sein glucklicher Nachfolger St.Evrcmont kannte die innern Vorzüge derselben. Und ge-wiß, wenn eine Gesellschaft, bey kluger Ehrlichkeit, dieLehren der feinen Schmeichelei) in Uebung bringt; so istdieselbe eine mit von den Hochsien menschlichen Glück-seligkeiten.
Der bloße Gedanke, so vollkommene Freunde zuhaben, isi schmeichelhafter, als sich von einer schonenPerson geliebt zu wissen; dieses isi alles gesagt: weil dieSchönheit Vernunft und Reichthum bey Vielen ersetzenkann.
Die so genannte Ehrlichkeit, der Eifer, das Ver-mögen zu dienen, sind eben so viel Thorheiten, wenn sienicht die Klugheit zur Haushälterinn haben, und durcheine bescheidene Schmeichelei) in ihr rechtes Licht gesetztwerden.
Die Stifter der Religionen haben es am meistenerfahren, was es für ein Unglück sey, Freunde zu ha-ben, die nichts als Ehrlichkeit, Eifer und Gelehrsamkeitbesitzen. Sie würden weit mehr ausgerichtet haben,wenn sie ihren guten Eigenschaften durch eine gefalligeAusführung den Zutritt verschasset hatten.
Die Begierde zu gefallen isi uns angeboren. Diesesist die Triebfeder aller vernünftigen Schmcichcleycn. Diesemacht, daß der Eine gute Sachen vorbringet, und derAndere sie bewundert. Diese ermuntert die Helden, underweckt zugleich einen Silen, der sich über ihre prächti-gen Thorheiten auf eine sinnreiche Art lustig machet.
Ist die Begierde zu gefallen so natürlich, wer kanndenn die vernünftigen Wirlungen davon tadeln?
Glück-